Archiv des Autors: Marcus
Nummer 833
Es ist immer ein Spaß, beim JobCenter zu warten. In den Warteraum muss man nur, wenn man keinen Termin hat. Das kann passieren, wenn man akute Probleme mit seiner Grundversorgung hat (z.B.: das Geld wurde nicht überwiesen – passiert oft). Auch muss man in der Regel mindestens eine Woche auf einen Termin warten. Wer also arbeitslos ist, kann seine Zeit genau so gut im Warteraum des JobCenters verbringen.
Alle Wartenden sind so unterschiedlich. Manche machen sich schick. Andere haben keine andere Möglichkeit, als ihre Kinder mitzubringen, die dann wieder für Heiterkeit sorgen. Wieder andere schlafen, lesen, telefonieren. Ich lese auch etwas. Aber nur zum Schein: ich beobachte.
Die beste Story ist neulich passiert: Ein relativ junger Mann, etwa 20, spielt während der Wartezeit mit einem GameBoy. Fahrig und gestresst blickt er immer wieder auf die angezeigte Wartenummer, auf dass er endlich an der Reihe sei. Er riecht stark nach Alkohol, er trägt eine Trainingshose, Schlappen und dünnes Hemd. Seine Haare sind zerzaust. Immer wieder blickt er auf die Uhr. Er ist jedoch auch sehr von seinem Videospiel okkupiert. Schließlich guckt er wieder, flucht laut und geht.
Vermutlich hatte er seine Nummer verpasst.
Ich habe während meiner Wartereien die Wartedauer pro Nummer gemessen und dann den Durchschnitt errechnet: 2-3 Nummern pro Minute. In der Regel ziehe ich eine Marke aus dem Automaten und habe 100 Nummern zu warten. Also ca. eine Stunde Wartezeit. Ich könnte natürlich etwas in der Zeit unternehmen, aber viel lieber beobachte ich die lustigen Menschen.
Es gibt auch einen Sicherheitsmann. Der steht aber nur rum, und wenn einer mal ausrastet, was etwa alle 15 Minuten passiert – in Form von Rumschreien und Gestikulieren – beruhigt er das Nervenbündel.
Der Warteraum des JobCenters. Abbild der Gesellschaft.
Nachtrag im Juni 2012: Der Sicherheitsmann ist inzwischen nicht mehr im JobCenter, sondern abends beim Supermarkt Penny. Sicherlich wird er von einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt. Da bekommt man kaum Geld, muss sich aber auch kaum kümmern.
Gerüche der Stadt
Über den Dächern von Bremen
Der australische Reiseführer würde schreiben: „breathtaking view“. Indeed, von oben ist es immer nett, Städte und Landschaften zu beschauen.
Wir sehen hier, mit dem Blick nach Norden, die Bremer Innenstadt, vom Hochhaus der Fachhochschule, welches in meiner Straße ist.
Der Blick geht direkt in Richtung Weser, wir sehen in der Ferne die Häuser der Schlachte, den Dom und in der Mitte rechts das futuristische Gebäude der ehemaligen Beluga-Reederei. Vorne rechts das Werksgebäude von der Schokoladenfabrik Hachez.
Der Schwenk nach links, nach Nordwest, leitet unseren Blick über die Beck’s Brauerei zum Überseehafen. Dahinter ist der Funkturm in Bremen-Walle zu sehen.
Waffenfreie Zone
Es ist schon kurios: es gibt in Bremen und Hamburg einen Bereich, in dem man keine Waffen tragen darf. Und ich dachte, das gelte in Deutschland überall!?!
Hier sieht man die abgewandelte Version des Schildes. Wer findet den „Fehler“?
Nachtrag: im Hintergrund findet sich einer meiner Arbeitsorte: das Swissotel, in dem ich spüle.
















